***WAHRHAFT SEIN***
ein blindes Taumeln, ein Suchen und Frieren,
nach Ankern lechzen, nach Sicherheit gieren
das Glück in Zukunft, Prunk und Macht,
die Wahrheit im Dunkeln, die Vorsicht wacht
wie Bettler, nehmen und nehmen nur,
prahlen und strahlen samt Treueschwur
jeder will haben, doch keiner ist,
sich seiner selbst, im Kern gewiss
der Andere, mal Fluch mal Segen
scheint das Paradies zu sein,
so sind wir – wenn auch unglücklich,
es zumindest nicht allein
des anderen Leid und Bedürftigkeit,
steht uns sehr gut zu Gesicht,
denn das ist, genau wie unser,
was Ablenkung und Trost verspricht
gespiegelte Leere verdoppelt die Not,
gemeinsam in einem sinkenden Boot
solange wir nur funktionieren,
brauchen wir nichts zu riskieren
geblendet und getäuscht, vom glamourösen Schein
verwechseln wir die Matrix, mit unserem wahren Sein
die Illusion von Streit und Leid,
stirbt erst, wenn jeder sich selbst befreit
Augen, die nur Masken sehen,
die Essenz – noch nicht verstehen
Ohren, die nur Wohlklang lauschen,
sich selbst an Unwahrheit berauschen
Lippen die nur Nettes sagen,
vermeiden Klagen – umgehen „Schaden“
Köpfe die stets überlegen,
was hat mir der andere zu geben
Ego´s die sich fragen,
was werde „ICH“ davon haben
der Eigen-Nutzen ist der Grund,
warum die Gefühle, fließen nicht rund
der Andere soll, der Andere muss
zu beider Beteiligten Verdruss
des anderen Glücks von Nutzen sein,
Verbundenheit zum bloßen Schein
die Lust war da – auf ein weißes Blatt,
doch die bunte Gestalt, die haben wir satt
unserer Erwartung nicht gerecht werdend,
das Geliebte am Gegenüber, zunehmend sterbend
nach vielen „Anderen“ fragt man sich,
welche Verantwortung trage denn ich?
was bin ich im Stande wirklich zu geben,
wofür liebe ich mich und mein Leben?
solang ich mich nicht selbst durchschau,
wird aus mir, auch kein Anderer schlau
wenn ich mich selbst nicht lieben kann,
dann fang ich erst mal damit an
lieben und geliebt zu werden,
die stärksten Kräfte hier auf Erden,
werden eine unerfüllte Sehnsucht bleiben,
solange wir unsere Wahrheit meiden
die Erkenntnis auch bitter schmeckt,
Eigenverantwortung erkannt, unsere Schöpferkraft entdeckt
den Weg einmal begangen,
gibt es nichts mehr zu bangen
Angst weicht totalem Vertrauen,
spürst, auf Dich kannst du bauen
Zweifel sind überwunden,
denn Du hast Dich gefunden
weißt nun, dass du bist
die reine Essenz aus Liebe und Licht,
frei und leicht am Leben,
jegliches Verlangen erloschen,
nach weltlichem zu streben
dein Funke wärmt die Massen,
nichts gibt es mehr zu hassen
nichts zu missen, zu begehren,
alles in Dankbarkeit und mit Gleichmaß ehren
nicht mehr zu verführen - von Oberfläche und dem Schein,
nur mehr zu berühren – von grenzenlosem Sein
bist eins mit Dir und allem Leben,
ohne Bedingung, lieben und geben
keine Grenzen, keine Unterschiede,
Wollust und Gier weichen veredelter Liebe
Fassaden und Worte erkennt man nicht,
die Taten allein, verraten wahre Absicht
fragwürdig die Komödie und Albernheit,
dein Geist ist zu so viel mehr bereit
der Mensch als Spiegel, kann für dich nun,
in seinem Wirken, gänzlich ruhen
beseelt von bedingungsloser Akzeptanz,
gehst nicht mehr in Resonanz
ohne Polaritäten, vertraust auf alles Geschehen,
Als Teil des Großen und Ganzen, unwesentlich zu verstehen
heilsame Erkenntnis setzt nun ein,
niemandem brauchen wir böse zu sein
was wir tolerierten, haben wir bekommen,
Illusionen starben, Klarheit ist gewonnen
wo Eigenverantwortung gelebt und präsent,
dort ist Schuld nicht existent
für alle Suchenden, bist du nun, ein leuchtendes Mysterium,
mutig allein zu stehen, Wege der Wahrheit zu gehen
im Kern Deiner Selbst, unantastbar,
durch Authentizität, dein Sein so wahr
du fragst Dich nun, was bleibt zu tun?
Auf dieser Welt, wo tobt der Kampf
um Macht und Geld
du empfindest relativ,
für Dich läuft hier rein gar nichts schief
alles ist so, wie es sein soll,
kein Anlass für Zweifel, Verurteilung und Groll
die Realität bestimmt nicht mehr dein Leben,
Kontrolle und Angst, hast du abgegeben
schenke Vertrauen, wo Zweifel dominieren,
helfe dort, wo andere es nicht riskieren
sei ein Licht, in der Dunkelheit,
jede Seele, braucht ihre Zeit
ein Vermittler sei, für jede Nation,
Verbundenheit ist, der Menschen höchster Lohn
als Gefährte sei klar, doch übe Geduld,
trage sorgfältig ab, die Dogmen der Schuld
lebe Liebe als Vorbild und glaube daran,
dass ein jeder es dir gleich tun kann
vertraue darauf, dass jeder Schritt,
Dich vollendet bringt, nach Zuhause zurück
Erinnere dich stets daran,
deine Seele wählt nur Erfahrungen,
die sie bewältigen kann.
Antonia Scheel, 2016